Aufbruch statt Ruhestand

Der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand ist viel mehr als das Ende der Erwerbsarbeit. Für viele Menschen gerät dabei etwas Grundlegendes ins Wanken: Struktur, Identität, Zugehörigkeit und soziale Einbindung.

Gerade in Deutschland definieren wir uns stark über unseren Beruf. „Was machst du beruflich?“ ist oft eine der ersten Fragen, die wir einander stellen. Arbeit ist für viele von uns identitätsstiftend und gibt unserem Alltag Rhythmus, manchen vermittelt Arbeit auch das Gefühl, gebraucht zu werden. Sind wir noch mitten im Erwerbsleben, träumt sich manch einer von uns in den Ruhestand, Sehnsucht nach Freiheit macht sich breit. Wenn die Rente dann aber kurz bevorsteht, kommt nicht selten ein Gefühl von Unsicherheit, Leere oder Angst auf.

Besonders herausfordernd kann dieser Übergang in Beziehungen sein: Wenn ein Partner sich schon auf die Zeit nach dem Berufsleben vorbereitet, während der andere noch fest im Arbeitsalltag steckt. Oder wenn beide plötzlich 24/7 Zeit miteinander verbringen sollen. Manch eine Beziehung will hier neu ausgelotet werden.

Nicht umsonst gibt es den Begriff des „pensionierten Ehemann-Syndroms“: Extreme Nähe, unausgesprochene Erwartungen und der Verlust gewohnter Routinen können eine Partnerschaft belasten. Oder sichtbar machen, was im Alltag bisher gut überdeckt war.

Und was passiert, wenn man alleinstehend ist und plötzlich viele soziale Kontakte wegfallen, die über Jahre ganz selbstverständlich durch das Berufsleben entstanden sind?

Nicht ohne Grund zählt der Eintritt in den Ruhestand auf der Holmes-Rahe-Skala zu den größeren Stressoren im Leben eines Menschen. Veränderung fordert uns heraus, selbst dann, wenn wir sie uns lange gewünscht haben.

Und gleichzeitig entsteht mit diesem neuen Lebensabschnitt auch Raum: Für neue Rollen, Interessen, Begegnungen und die Frage Wie will ich künftig leben?

Systemisches Coaching kann dabei unterstützen, diesen Übergang bewusst und stimmig zu gestalten. Im Rahmen von Naturcoachings entstehen oft neue Perspektiven auf ganz natürliche Weise: In Bewegung zu sein, hilft häufig auch dabei innerlich beweglich zu bleiben.

Denn vielleicht lohnt es sich, den Begriff Ruhestand einmal neu zu betrachten: Will gerade jetzt nicht noch einmal etwas in Bewegung kommen?

Mehr zu diesem Thema und meine Arbeit erfährst Du hier.

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Weniger Kopf. Mehr Sein.